Geschichte

Der lange Weg zur Klangspielwiese - ein Entwicklungsprozess

Leben in der Kommune

Nach abgebrochenem Studium und einigen Jahren Kommune- Leben, das eher handwerklich geprägt war, wollte ich lernen, mir eigenverantwortlich mit künstlerischer Arbeit meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Um für diesen Prozess den nötigen Freiraum zu haben, habe ich mich zunächst für ein Jahr aus der Gemeinschaft abgemeldet.

Die Reisezeit

Zu Beginn meiner Reisezeit, die mich von 1993 bis 2000 kreuz und quer durch Deutschland führte, habe ich durch meinen Freund Lutz, der heute Harfen baut (www.Klangschiff- Harfe.de) das Leben als Reisender (Händler, Musiker und Kunsthandwerker) und auf Musikfestivals kennengelernt. Im Sommer 1993 zog ich los, ohne zu wissen, was mich erwartet, einfach im Vertrauen, dass der Weg sich zeigen würde (Wege entstehen beim Gehen). In dieser Zeit begann ich als neues Standbein aus kleinen Holz- Stücken Anhänger, Ohrringe etc. zu schnitzen und auf Musikfestivals anzubieten. Um dieses Leben, das mir sehr faszinierend und für mich als Entwicklungsweg passend erschien, fortsetzen zu können, habe ich mir im Frühjahr 1994 ein eigenes Wohnmobil, einen alten Mercedes- Bus gekauft und bin damit losgefahren.

Festivals / Die ersten Stringboards

Auf einem Festival habe ich dann die sogenannten „Stringboards“ das erste Mal wahrgenommen und war schon ziemlich fasziniert. Meine Liebe zum Musizieren war schon in den Kommunejahren gewachsen, und die ersten Instrumente hatte ich auch schon zusammengetragen (Hackbrett, Saz, Congas, Kalimba, Bongos...). Im Sommer 1995 lernte ich dann Holger Brasen, den „Erfinder“ der Stringboards kennen und habe spontan zwei Instrumente bei ihm bestellt und zwei Tage später abgeholt. Dies war einer der entscheidenden Wendepunkte in meinem Leben (für Astrologie- Interessierte: Pluto im Transit genau auf der Sonne). Fortan konnte ich mein Leben durch Strassenmusik (und Disziplin) mit den Stringboards finanziell sichern.

Was mich am Festival- Leben auch reizte, waren die vielen Musik- Sessions. Und was diese musikalischen Erlebnisse anging waren meine prägenden Eindrücke diese:

Ich habe glückliche Menschen erlebt (was in Deutschland sicher nicht die Regel ist). Im Moment des gemeinsamen Musizierens entstand eine Freude, ein lebendiges Miteinander von Menschen, die oft nicht den Namen ihres Mitspielers kannten und die doch eine unsichtbare Kraft verbunden hatte- die Kraft der Musik.

Als ich dann in der ersten Zeit nach dem Kauf der Stringboards auf den Festivals abends nach meinem Tagesgeschäft (Meterständchen mit Holz- Schmuck) vor dem Bus die Stringboards aufbaute, entstanden wunderbare Musik- Sessions, deren Atmosphäre mir in bleibender Erinnerung geblieben ist. Andere Menschen kamen mit anderen Instrumenten (Gitarren, Trommeln, Didgeridoos, ...) und wir waren manchmal innerhalb von zwei Stunden bis zu 20 Leute und es entstand das, was ich als "heilige Stimmung" erlebt habe.

"Die Kinder Gottes feiern"

So habe ich es damals wahrgenommen, da war soviel Leichtigkeit, Lebendigkeit und Frische, wie ich es vorher nicht im Leben erfahren hatte.

(Aus astrologischer Sicht war es auch eine besondere Zeit u.a. durch die Konjunktion von Uranus und Neptun, zwei sehr langsam laufende Planeten.).

Musikprojekte - Die Idee

Weil mich diese ersten Erlebnisse mit meinen Stringboards auf den Festivals so beeindruckt haben, entstand in mir der Wunsch, eine Art Musik- Projekt in Form eines Mitmach-Orchesters aufzubauen. Die Logik dahinter war und ist folgende:

Gemeinsames Musizieren ist eine verbindende, kreative Angelegenheit, die den einzelnen Menschen Raum zur Selbstentdeckung und zum Selbstausdruck gibt.

Durch den pentatonischen Aufbau der Instrumente (Musik mit 5 Tönen ohne Halbtonschritte, entspricht den schwarzen Tasten beim Klavier) ist es auch für musikalische Laien, Jugendliche und Kinder relativ einfach, "schöne Musik zu machen". Ich habe es oft erlebt, dass Menschen sagten: "Ich kann keine Musik machen" und habe ihnen dann Klöppel für die Stringboards in die Hand gegeben und siehe da, es ging doch und sie hatten oft besondere Freude dabei.

Ein weiterer Punkt in meiner Logik ist folgender:

Wenn ein Mensch Freude an einer Sache hat, so hat er oder sie auch Lust, es wieder zu tun und etwas zu lernen.

Dies ist mein pädagogischer Ansatz, nämlich Menschen einen leichten und unkomplizierten Einstieg in die Welt der selbstgespielten Musik zu ermöglichen. Besonders für Kinder und Jugendliche ist es schön, mal so viele verschiedene Instrumente ausprobieren zu können, wie sie im Projekt Klangspielwiese zur Verfügung stehen. Im besten Fall bekommen sie Interesse, selbst ein Instrument zu lernen, was bei der Entwicklung der Persönlichkeit sicher vorteilhaft ist.

So habe ich mir mit dem Kauf der Stringboards gleichzeitig eine Lebensaufgabe und Broterwerb eingehandelt, worüber ich froh und dankbar bin. Diese Arbeit mit meinem Musikzelt mache ich sehr gerne, ist es doch ein einzigartiges, kreatives, lebendiges, gemeinschaftsförderndes und teilweise generationsübergreifendes Projekt, was in der Regel von den Gästen gut angenommen wird.

Manchmal ist der Einstieg in das Musizieren für einige Kinder wie auch Erwachsene schwer, da sie sich nicht trauen. Wenn dann die erste Hemmschwelle überwunden ist, kommen sie mehrfach wieder.

Mit den ersten Impulsen, ein Projekt dieser Art aufzubauen, begann ich, Instrumente zu sammeln (vorwiegend pentatonisch, aber inzwischen ist das Instrumentarium recht breit gefächert) oder auch selbst zu bauen.

Das Regenbogenzelt

Im Frühjahr 1996 bot mir mein alter Freund Lutz sein Regenbogenzelt zum Kauf an.

Da in mir der Wunsch nach einem musikalischen Projekt schon Gestalt annahm, haben wir es im Freundeskreis (auch mit Holger Brasen, dem Erfinder der Stringboards) auf dem Festival über Pfingsten in Moers aufgebaut, sozusagen als Test für ein Session- Zelt. Mit 6 Stringboards haben wir zum Teil gespielt und es wurden dann bis zu 30- 40 Trommler, sodass wir uns zum Teil selbst nicht mehr hören konnten. Nach dieser Erfahrung dachte ich, dass so ein Musikzelt zu gestalten für mich allein eine Nummer zu gross sei und auch als Gepäckstück für meinen Bus eine Nummer zu schwer. So hat es zunächst Holger gekauft und wir haben es in den Jahren 1996 und 1997 jeweils beim Euro- Folk- Festival in Ingelheim und beim Burg Herzberg- Festival als "musikalische Begegnungsstätte" aufgebaut und gestaltet. Diese Aktionen waren zum Teil ausgesprochen schön, besonders in Ingelheim, wo viele Gäste eigene Instrumente dabeihaben. Im Sommer 1998 in Ingelheim hat mir Holger dann angeboten, das Zelt zur Probe mal mitzunehmen, was ich dankbar annahm. Erst ab dem Burg Herzberg- Festival hatte ich es dann komplett dabei und siehe da: es passte genau in die Heckklappe von meinem Bus (unter das Bett). In der 2. Hälfte diess Sommers 1998 haben wir dann jedes Wochenende auf einem anderen Festival mit mehreren Freunden oder Bekannten das Zelt als musikalischen Treffpunkt aufgebaut und einen sehr schönen Sommer mit toller Musik und schönen Begegnungen gehabt (zum Beispiel: Ponderosa- Festival Harsewinkel, Festival der Hexenstube Grossenheerse, Festival Stemwede, Wutzrock- Festival Hamburg, Festival Zytanien). Dieser Sommer mit dem Regenbogenzelt als musikalischem Treffpunkt hatte so uns so schöne Erlebnisse gebracht, dass ich danach davon überzeugt war, dass es sich lohnt, das Ganze als Projekt weiter aufzubauen. Und so habe ich das Zelt Holger im Sommer 1999 in Ingelheim abgekauft bzw. ihn ausbezahlt. Dieser Sommer war aber prompt völlig anders, da ich viel allein unterwegs war und die Unterstützung aus dem Freundeskreis weitgehend fehlte.

Zuzug nach Lippe

Im Jahr 2000 wurde ich wieder sesshaft im Landkreis Lippe, der schon einige Jahre meine "heimliche Heimat" geworden war.

Burg Sternberg

Nachdem ich 1996 die Musikburg Sternberg zum 50- Jahre Burg-Musik- Jubiläum kennengelernt und schätzengelernt sowie mehrere Veranstaltungen mit gestaltet und organisiert hatte, war ich inzwischen Vereinsmitglied im Musikburg Sternberg- Verein geworden. Im April 2000 habe ich dann für den Vorstand des Vereins kandidiert, bin auch gewählt worden und mit viel Elan in die Gestaltung des Burgprogramms eingestiegen. Im Mai 2000 habe ich dann mit meiner ehemaligen Freundin zusammen ein altes Fachwerk- Haus am Fuss der Burg Sternberg gemietet (das ich immer noch bewohne, inzwischen gekauft habe und das ein musikalisches Gästehaus, der Klangspielplatz werden soll). Diese ersten zwei Jahre war ich ziemlich sesshaft und pendelte ständig zwischen der Burg Sternberg und unserem Haus, was wir zunächst als Wohngemeinschaft bewohnten und wo es viel zu renovieren gab. Im August 2000 gab es dann den ersten Probelauf für das Kulturcafe als musikalische Begegnungsstätte auf der Burg Sternberg als Teil des Vereinsprogramms. Ab Februar 2001 lief dieses dann jeweils an einem Wochenende im Monat (bis Sommer 2002 auf der Burg Sternberg, ab dann bei uns privat im Hause als Klangspielstube).

Inzwischen biete ich die Klangspielstube eher in den Wintermonaten hier an, da ich im Sommer an den Wochenenden oft unterwegs bin.

Im Sommer 2001 bekam ich die Gelegenheit, in die Gestaltung des Kinderlandes auf dem Burg Herzberg- Festivals einzusteigen, was ich seitdem jedes Jahr mitmache. Da hatte ich das erste Mal das Zelt mit vielen pentatonischen und Percussions- Instrumenten bestückt, denn das Instrumentarium war doch ziemlich gewachsen, da ich immer wieder in neue Instrumente investiert habe. Nach vielen "gruppendynamischen Turbulenzen" auf der Musikburg Sternberg habe ich dann im Sommer 2002 mein Zelt und die Instrumente eingepackt und bin wieder auf die Festivals gefahren mit meinem "Musikzelt Klangspielwiese", um für mein Projekt Werbung zu machen.

Dies ist mein Projekt und man kann mich buchen....

(Astrologisch: Transit Saturn über den Aszendenten ins 1. Haus).

Im folgenden Jahr 2003 hatte ich auch schon die ersten Buchungen und inzwischen habe ich ca. 20 bis 30 Tage Musikaktion im Jahr, meistens mit Zelt, aber auch mal ohne ( z.B. jeden 1. Dienstag im Monat im Kulturzentrum Alte Pauline in Detmold ), manche Aktionen gehen ja über mehrere Tage.

Der Wirkungsbereich ging im letzten Jahr vom Niederrhein bis Braunschweig, von Hamburg bis Bad Hersfeld.....

Dies ist in Kürze der lange Weg zur Klangspielstube...

Walter von Lingen

 

Kontakt:

Walter von Lingen

Drecken 2

32694 Dörentrup

 

05265 / 955447

0173 / 8430949

klangspielwiese(at)web.de

 

Auf meiner Facebookseite: Termine, Aktuelles und Kommunikation. Zu finden bei Facebook ebenfalls unter "Klangspielwiese".

Dort habe ich in den letzten Jahren viele kleine Berichte und Fotos gepostet.

Musiktreff Klangspielstube

Klangspielraum
Klangspielraum
Meine Family Band
Meine Family Band
Auf den Tischen liegen pentatonische Instrumentee
Einige Instrumente